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FCI - Standard Nr. 59 / 28. 06. 2002
URSPRUNG :
Schweiz.
VERWENDUNG :
Brackenschlag, welcher spurlaut die Hasen, das Reh,
den Fuchs und
gelegentlich das Wildschwein jagt. Er jagt selbständig. Er sucht
und sticht mit grosser Sicherheit auch in schwierigem
Gelände.
KLASSIFIKATION FCI:
Gruppe 6 Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen.
Sektion 1.2 Mittelgrosse Laufhunde. Mit Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS :
Der Schweizer Laufhund hat einen sehr alten
Ursprung. Sein Vorhandensein in der Schweiz zur Zeit der Römer
ist durch ein in Avenches gefundenes Mosaik nachgewiesen,
auf welchem Meutehunde dargestellt sind, welche mit den
Varietäten des Schweizer Laufhundes übereinstimmen. Im
15.Jahrhundert wurde er von italienischen
Hundeliebhabern und im 18.Jahrhundert von den Franzosen
wegen seinen ausserordentlichen Fähigkeiten bei der Jagd
auf den Hasen geschätzt. Seine ursprüngliche Zucht wurde
mit Sicherheit durch von Söldnern in die Schweiz
gebrachte französische Laufhunde beeinflusst. Im Jahre
1882 wurde für jede der 5 damaligen Varietäten des
Schweizer Laufhundes ein Standard erstellt. Im Jahre
1909 wurden diese Standards überarbeitet, und man
stellte das vollständige Verschwinden des Thurgauer
Laufhundes fest. Am 22. Januar 1933 wurde ein
einheitlicher Standard für alle 4 Varietäten des
Schweizer Laufhundes erstellt. Die ursprüngliche
Varietät des Jura Laufhundes Typ St.Hubert ist heute
verschwunden.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD :
Hund von mittlerer Risthöhe. Sein Körperbau weist auf
Kraft und Ausdauer hin. Sein trockener Kopf mit dem
langen Fang und dem langen Behang verleiht ihm einen
Ausdruck von Adel.
Es gibt 4 Varietäten des Schweizer Laufhundes :
• Berner Laufhund,
• Jura Laufhund,
• Luzerner Laufhund,
• Schwyzer Laufhund.
WICHTIGE PROPORTIONEN :
• Länge des Körpers / Widerristhöhe = ca. 1.15 : 1.
• Widerristhöhe / Tiefe der Brust = ca. 2 : 1.
• Länge des Nasenrückens / L. des Oberkopfes = ca. 1 : 1.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) :
Lebhaft und passioniert für die Jagd. Empfindsam, leicht
zu führen und anhänglich.
KOPF :
OBERKOPF :
Schädel : Lang, schmal, trocken, edel; rundlich gewölbter
Oberkopf, Hinterhauptstachel sichtbar; Richtung der
Längsachsen des Oberkopfes und des Nasenrückens leicht
divergierend. Keine Stirnfurche, keine Stirnfalten.
Stop : Nicht übertrieben ausgebildet.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Vollständig schwarz, gut entwickelt; Nasenlöcher
weit geöffnet.
Fang : Edel ausgebildet, schmal; weder eckig noch spitz;
Nasenrücken gerade oder ganz leicht gewölbt.
Lefzen : Mässig ausgebildet; die Oberlippen bedecken genau
den Unterkiefer. Lefzenwinkel leicht offen.
Kiefer / Zähne : Kiefer kräftig. Kräftiges, regelmässiges
und vollständiges Scherengebiss, wobei die obere
Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere
greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.
Zangengebiss erlaubt. Das Fehlen von einem oder zwei PM1
oder PM2 (Prämolaren) ist zulässig. Die M3 (Molaren 3)
werden nicht berücksichtigt.
Backen : Trocken, Jochbögen nicht vorstehend.
Augen : Dunkler oder heller braun, abgestimmt auf die
Farbe des Haarkleides; leicht oval, von mittlerer Grösse.
Lidränder gut pigmentiert. Augenlider gut anliegend.
Ausdruck sanft.
Behang : Unter der Augenlinie am hinteren Teil des
Oberkopfes, nie in seiner grössten Breite angesetzt. In
seiner Länge muss er mindestens bis zur Nasenspitze
reichen. Ohrmuschel nicht vorstehend. Ohren schmal,
gefaltet herabfallend und eingedreht, am unteren Rand
abgerundet, geschmeidig und fein behaart.
HALS :
Lang, elegant, gut bemuskelt. Kehlhaut locker, jedoch
ohne nennenswerte Wamme.
KÖRPER :
Obere Profillinie : Hals, Rücken, Kruppe und Rute bilden
eine harmonische, edle Linie.
Widerrist : Angedeutet, Halsansatz frei und elegant.
Rücken : Fest und gerade.
Lenden : Gut bemuskelt, biegsam.
Kruppe : Länglich, in harmonischer Verlängerung der
Oberlinie sanft abfallend. Nicht höher als der Widerrist.
Hüfthöcker nicht zu stark hervortretend.
Brust : Tiefer als breit, gut gewölbt und mindestens bis
zur Spitze des Ellenbogens reichend.
Langgezogener Rippenkorb mit leicht gewölbten Rippen.
Untere Profillinie und Bauch : Bauch nach hinten leicht
aufgezogen; volle Flanken.
RUTE :
In der Verlängerung der Kruppe angesetzt, von mittlerer
Länge, sich zur Rutenspitze hin verjüngend, am Ende mit
schwacher Biegung nach oben, edel. In ruhiger Situation
und Gangart meist hängend und ohne wesentliche Biegung,
bei Aufmerksamkeit und in Aktion über der Rückenlinie
getragen, jedoch nie über den Rücken gekippt oder
eingerollt. Gut behaart, jedoch ohne ährenartig
abstehende Haare.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND : Kräftig bemuskelt, trocken, nicht
schwer wirkend. Von vorne gesehen parallel, von der Site
gesehen senkrecht gestellte Vorderläufe von mittlerer
Knochenstärke, mit gerade nach vorne gerichteten Pfoten.
Schultern : Schulterblätter lang und schräg, straff mit dem
Brustkorb verbunden. Idealwinkelung des Schulter-Oberarm-Gelenkes
(scapulo-humerales Gelenk) : ca. 100°.
Oberarm : Etwas länger als das Schulterblatt,
schräg gestellt, eng an der Brust anliegend.
Bemuskelung fein.
Ellenbogen : Natürlich am Brustkorb anliegend.
Unterarm : Gerade, stark, trocken.
Vorderfusswurzelgelenk : Kräftig, breit.
Vordermittelfuss : Relativ kurz; von vorne gesehen in der
senkrechten Linie des Unterarms; von der Seite gesehen
leicht abgewinkelt.
Vorderpfoten : Rundlich, Zehen eng aneinanderliegend; Ballen rauh
und hart; Krallen stark, farblich
auf das Haarkleid abgestimmt.
HINTERHAND : Kräftig bemuskelt, in ausgewogenem
Verhältnis zur Vorderhand; Hinterläufe von
hinten gesehen senkrecht und parallel.
Oberschenkel : Lang und schräg; kräftig, jedoch flach
bemuskelt; Winkelung des Hüft-Oberschenkelgelenkes (coxo-femorales
Gelenk) : ca. 110°.
Knie : Weder einwärts noch auswärts gedreht. Winkelung des
femoro-tibialen Gelenkes: ca. 120°.
Unterschenkel : Relativ lang, Muskeln und Sehnen trocken,
unter der Haut sichtbar modelliert.
Sprunggelenk : Winkelung des tibio-tarsalen Gelenkes: ca.
130°.
Hintermittelfuss : Ziemlich kurz, senkrecht und parallel
gestellt. Ohne Afterkrallen (sofern die
operative Entfernung gesetzlich erlaubt ist).
Hinterpfoten : Rundlich, Zehen eng aneinanderliegend;
Ballen rauh und hart; Krallen stark, farblich auf das
Haarkleid abgestimmt.

GANGWERK :
Bewegungsablauf fliessend, regelmässig, harmonisch und
raumgreifend. Mit gutem Schub aus der Hinterhand.
Parallele, geradlinie Führung der Läufe. Der Widerrist
bewegt sich ruhig und gleichmässig auf und ab, der
Rücken bleibt gerade und Kopf und Hals pendeln nur wenig
hin und her.
HAUT :
Fein, geschmeidig, gut anliegend, bei den vier
Varietäten farblich unterschiedlich:
-
Berner Laufhund: Schwarz unter dem schwarzen Fell und leicht
weiss-schwarz marmoriertunter dem weissen Fell.
-
Jura Laufhund: Schwarz unter dem schwarzen Fell, heller unter der
Lohfarbe.
-
Luzerner Laufhund: Schwarz unter dem schwarzen Fell,
heller unter dem blaugesprenkelten
Fell.
-
Schwyzer Laufhund: Dunkelgrau unter dem orangen Fell,
weiss-schwarz marmoriert unter dem weissen Fell.
HAARKLEID:
HAAR : Kurz, glatt, dicht, sehr fein am Kopf und am
Behang.
FARBE :
-
Berner Laufhund: Weiss mit schwarzen Flecken oder einem schwarzen
Sattel; blasse bis intensive lohfarbene Abzeichen (Brand)
über den Augen, an den Backen, auf der Innenseite
des Behanges und um den Anus; manchmal leicht
gesprenkelt (schwarze Spritzer).
-
Jura Laufhund: Lohfarben mit schwarzem Sattel,
manchmal schwarz gewolkt; oder schwarz mit Brand
über den Augen, an den Backen, um den Anus und an
den Gliedmassen; manchmal mit kleinem weissem
Brustfleck; dieser Fleck kann leicht gesprenkelt
sein (schwarze oder graue Spritzer).
-
Luzerner Laufhund: „Blau“ = Verbindung von schwarzen
und weissen Haaren, sehr stark
gesprenkelt; mit schwarzen Flecken oder einem schwarzen Sattel;
blasser bis intensiver Brand
über den Augen, an den Backen, an der Brust, um den Anus und an
den Gliedmassen; ein
schwarzer Mantel ist zulässig.
-
Schwyzer Laufhund: Weiss mit orangen Flecken oder
einem orangen Sattel, manchmal mit
einigen orangefarbenen Spritzern; ein oranger Mantel ist zulässig.
.
BERNER LAUFHUND

JURA LAUFHUND

LUZERNER LAUFHUND

SCHWYZER LAUFHUND

GRÖSSE UND GEWICHT :
Widerristhöhe : Rüden : 49 – 59 cm,
Hündinnen: 47 – 57 cm.
Keine Toleranz.
FEHLER :
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler
angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis
zum Grad der Abweichung stehen sollte.
-
Unedle, plumpe Erscheinung, schwach entwickelter Körperbau.
-
Abweichende Proportionen zwischen Länge des Körpers,
Widerristhöhe und Tiefe der Brust.
-
Schädel zu breit, zu gewölbt oder zu flach.
-
Stop zu ausgeprägt.
-
Fang zu kurz oder zu lang, zu eckig oder zu spitz.
-
Nasenrücken konkav.
-
Mehr als zwei fehlende PM1 oder PM2. Die M3 werden nicht
berücksichtigt.
-
Lefzen wulstig.
-
Auge hell, stechend; Augenlid nicht anliegend.
-
Behang zu kurz, zu flach getragen, zu dick, zu hoch angesetzt.
-
Hals zu kurz.
-
Wamme zu ausgeprägt.
-
Rücken eingefallen (Sattelrücken) oder gewölbt (Karpfenrücken).
-
Kruppe zu steil abfallend oder zu kurz.
-
Brustkorb zu wenig tief, zu flach oder tonnenförmig.
-
Bauch aufgezogen, Flanken eingefallen.
-
Rute schlecht angesetzt, zu hoch getragen, zu stark gebogen,
gekrümmt, zu grob oder mit ährenartig abstehenden
Haaren.
-
Gliedmassen zu feinknochig oder schlecht gestellt.
-
Schultern zu steil, Oberarm zu kurz.
-
Durchgetretene Vorderfusswurzelgelenke.
-
Ungenügende Winkelungen der Hinterhand; Kuhhessig-keit;
Fassbeinigkeit.
-
Afterkrallen an den Hinterläufen (sofern die operative Entfernung
nicht gesetzlich verboten ist).
-
Haarkleid rauhhaarig, nicht glatt.
-
Farb- und Zeichnungsfehler:
Berner Laufhund:
Zu viele schwarze Spritzer im Weiss.
Brand oder Weiss an der Aussenseite des Behangs.
Jura Laufhund:
Einfarbig.
Ausgeprägter weisser oder stark gesprenkelter Fleck an der Brust.
Luzerner Laufhund:
Fehlende „Blausprenkelung“.
Brand an der Aussenseite des Behangs.
Schwyzer Laufhund:
Zu viele orange Spritzer im Weiss.
Einfarbig.
Weiss an der Aussenseite des Behangs.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
-
Ausgesprochen ängstlich oder aggressiv Verhalten.
-
Gesamterscheinung nicht rassetypisch.
-
Nase vollständig depigmentiert.
-
Vorbiss, Rückbiss, Kreuzbiss.
-
Entropium, Ektropium (auch wenn operiert).
-
Posthorn-, Ringel-, Knopf- oder Hakenrute.
-
Über- oder Untergrösse.
N.B. :
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack
befinden.
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